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Die Technik der Lambach-Pumpen •
"Vollkommenheit entsteht nicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
(Antoine de Saint-Exupéry)

Eine laufende Lambach-Pumpe versteht auch ein Laie mit etwas technischem Verständnis binnen weniger Minuten. Man beobachtet einige Zyklen des Bewegungsablaufes, erkennt das Zusammenspiel der Komponenten und staunt über die unglaublich guten Ideen des Erfinders und die klare, geradlinige Umsetzung von theoretischer Physik in praktische Technik. Alles eigentlich ganz einfach, aber man muß mal erst drauf kommen!

Wenn man hingegen zum ersten Mal vor einer stillgelegten Lambach-Pumpe steht, versteht man überhaupt nichts. Selbst gestandene Ingenieure erkennen nicht einmal alle Komponenten, geschweige denn ihre Funktionen. Die Maschine bleibt rätselhaft wie die Sphinx, vor allem, wenn sie restauriert und lackiert wurde, und dabei auch die eigentlich blanken Flächen angestrichen wurden.

Links die liegende Lambach-Pumpe im Wasser-Info-Zentrum in Heimbach, gut erhalten, schön restauriert und vorführbereit (aufgenommen im Mai 2008).

Unten die Schema-Zeichnung einer liegenden Lambach-Pumpe aus den noch vorhandenen Original-Akten der Firma Lambach, (Beschriftung für die bessere Darstellung im Internet geändert).


(Diese Zeichnung können Sie als PDF herunterladen unter "Download")
Starr auf einem Betonfundament montiert ist die Trägerkonstruktion mit den beiden großen Triebzylindern und den Ventilen samt Steuerung im Zentrum der Anlage, den beiden kleineren Förderzylindern rechts und links außen und den Zu- und Ableitungsrohren. Darin spiegelbildlich bewegen sich die beiden fest miteinander verbundenen Kolbeneinheiten, jeweils bestehend aus dem großen Triebkolben und dem darauf fest angebrachten, kleinen Förderkolben. Triebwasser läuft durch das geöffnete Ventil in den rechten Triebzylinder und drückt den rechten Triebkolben hinaus, der schiebt den rechten Förderkolben in den Förderzylinder, das darin befindliche Förderwasser wird in die Förderleitung gepreßt. Gleichzeitig saugt der linke Förderzylinder Förderwasser an und der linke Triebzylinder wird geleert. Ist der rechte Förderzylinder leer, sorgt die automatische Ventilsteuerung dafür, daß der gleiche Vorgang spiegelbildlich abläuft.

Förderwasser und Triebwasser können identisch sein, dann sind Triebwasserleitung und die Nutzwasserleitung miteinander verbunden (gestrichelte Linien auf der rechten Seite). Auf die Förderleistung hat das keinen Einfluß.

Die Rückschlagventile funktionieren, wie bekannt, von ganz alleine, angetrieben durch den Wasserdruck. Die Steuerung der Zu- und Ablaufventile erfolgt durch eine durchdachte Mechanik: eine Zahnstange auf dem Gestänge, das die beiden Kolbeneinheiten miteinander verbindet, verschiebt sich mit den Zylindern und versetzt über ein Zahnrad die Hammerwelle mit dem Hammer (Arm mit einem Metallblock als Gewicht) in Drehung. Der Hammer hebt sich dadurch bis in die Senkrechte und etwas darüber hinaus, dann fällt er durch das Übergewicht und die Hammerwelle versetzt über einen Mitnehmer ein zweites Zahnrad in Bewegung, das wiederum die vordere Zahnstange (Steuerzahnstange) verschiebt. Auf dieser Zahnstange sind die justierbaren Steuernocken angebracht, die die Ventilstangen anheben und dadurch die Ventile öffen.

Eine rein mechanische, äußerst robuste Vollautomatik, die über Jahrzehnte problemlos funktionierte. Mit beigetragen zu der langen Lebensdauer der Lambach-Pumpen hat der langsame Bewegungsablauf: Ein kompletter Zyklus (Doppelhub) dauert etwa 45 bis über 90 Sekunden je nach Art und Größe der Anlage und Einstellung des Wasserzulaufs.

Das Zahnrad sitzt lose auf der Hammerwelle und dreht sich deshalb nicht mit. Erst, wenn der Hammer fällt und die Welle sich so weit dreht, daß der Mitnehmer die Nocke am Zahnrad erreicht, dreht es sich und setzt die Zahnstange der Ventilsteuerung in Bewegung, die Ventile werden umgeschaltet und der Pumpvorgang läuft spiegelbildlich ab.
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