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Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Rußland den Krieg, der Erste Weltkrieg begann.
Lambach mußte zum Militär, und die Firma ruhte bis 1918 vollständig.
Aber auch danach wurden kaum Pumpen angeschafft. Nach dem verlorenen Krieg war das Deutsche
Reich ausgeblutet, die Wirtschaft am Boden, Handwerker und Bauern, die ihre Ersparnisse
vertrauensvoll für Kaiser und Vaterland als Kriegsanleihen hingegeben hatten, ruiniert.
Für Investitionen fehlte das Geld. Schon seit Kriegsbeginn 1914 war die deutsche Währung
immer schneller verfallen, das fatale Kriegsende 1918 und die von den Siegermächten
aufgezwungenen Reparationsleistungen gaben der Reichsmark den Rest. Das noch vorhandene
Geld nützte nichts mehr, es verlor von Tag zu Tag, nach 1922 von Stunde zu Stunde an Wert.
Es herrschte ein heute in Europa kaum noch vorstellbares Elend. In dieser Zeit starben allein
im Deutschen Reich über 1 Million Menschen an Hunger und an durch Unterernährung ausgelösten
Krankheiten.
Wilhelm Lambach gelang es, den Betrieb und seine Familie mit Reparaturen und Gelegenheitsarbeiten
über die unmittelbare Nachkriegszeit und die Inflation hinweg zu retten. Erst nach
der Beendigung der Inflation durch Einführung der Rentenmark am 15.11.1923 ging es wieder
aufwärts, und jetzt wurden auch wieder Pumpen gefragt.
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Wilhelm Lambach mit einer neuen doppelt wirkenden, stehenden Pumpe, fertig zur Lieferung
und Installation. |

Bild oben:
Werbeanzeige aus den 1920er und 1930er Jahren

Das Anwesen der Maschinenfabrik Lambach in den 1920er Jahren.
Bild rechts:
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg: 1946 bestand die Belegschaft der Maschinenfabrik
Lambach bereits wieder aus 10 Mitarbeitern. Auf dem Bild der 2. von links ist Erich Soßna,
heute der letzte Zeitzeuge, der noch selbst Pumpen gebaut und gewartet hat. Sein Rat ist
heiß begehrt bei allen Fragen zu Lambach-Pumpen.
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Dann kam der Kurssturz der Berliner Börse am 13. Mai 1927, gerade, als sich die deutsche Wirtschaft
wieder einigermaßen erholt hatte, und dann auch noch der 24. Oktober 1929, jener "Schwarze Donnerstag",
an dem die US-Börse zusammenbrach und eine Weltwirtschaftskrise bis dahin unbekannten Ausmaßes
ausgelöst wurde. Ende der "Goldenen Zwanziger", Unternehmen brachen zusammen, die öffentlichen
Gehälter wurden um ein Viertel gekürzt, die Sozialleistungen drastisch reduziert, die Arbeitslosigkeit
wuchs, fast ein Drittel der Arbeitnehmer verloren ihre Stelle. Wieder folgten harte Jahre, und die
Firma hielt sich über Wasser mit Pumpenreparaturen und Maschinenbau für die Betriebe der Umgebung.
Der älteste Sohn von Wilhelm Lambach, geboren 1903, Wilhelm Lambach junior, zur Unterscheidung meist
"Willy" genannt, war gerade mit seinem Studium fertig geworden und Diplomingenieur. Da er keine
Anstellung fand, trat er 1931 in den väterlichen Betrieb ein zunächst als Schlosser, arbeitete dann
von 1932 bis 1933 als Reise- und Montageingenieur und schließlich bis Mitte 1934 als Betriebsleiter.
Dann fand er eine Stellung seiner Ausbildung gemäß bei einer Fliegerschule, was ihn schließlich zu
seiner militärischen Karriere führte.
Etwa 1935 besserte sich die Lage und es ging wieder einmal aufwärts
und bis weit in den Krieg hinein wurden noch Pumpen gefertigt, bis kein Material mehr zu bekommen war.
Wilhelm Lambach starb 1944 im Alter von 69 Jahren. Seine Witwe Agnes führte den Betrieb
weiter, so weit das in dieser Zeit überhaupt möglich war.
Diplomingenieur Wilhelm Lambach jun. war seit 1936 bei der Reichsluftwaffe und geriet im Mai 1945
als Oberstabsingenieur in Österreich in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Kurz nach seiner Entlassung
im November 1945 nahm er den Betrieb Anfang 1946 wieder auf. Noch im selben Jahr gab es bereits wieder
10 Mitarbeiter, unter ihnen Erich Soßna, der seine wegen des Krieges abgebrochene Schlosserlehre wieder
aufnahm.
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