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Lambach-Pumpen • Legendäre Technik aus Marienheide |
Stand: 27.02.2010 |
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Lambach-Pumpen versorgten zwischen etwa 1890 und 1980 große Teile der ländlichen
Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser und bedeuteten einen großen Schritt zu dem,
was wir in unserer Zeit als selbstverständlichen Teil unserer Lebensqualität betrachten.
Die imposanten Maschinen sind heute gefragte Ausstellungsstücke als Beispiele für intelligente, langlebige und
umweltfreundliche Technik.
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Gottlieb Lambach um 1900 |
Im Jahr 1890 gab es in Marienheide 2 Industriebetriebe, das waren die
Maschinenfabrik Gottlieb Lambach in Oberwipper und die Kunstwollspinnerei Ommer & Gebske in Wipperfließ
(heute Helmut Gebske, Bandwirkerei). Alle anderen Firmen entstanden später, so z.B.
August Rüggeberg (PFERD Werkzeuge) 1897, Otto Kind (heute KIND AG) 1901.
Gottlieb Lambach, 1838 in Griemeringhausen bei Marienheide als Sohn einer Bauernfamilie geboren, hatte den Beruf
des Mühlenbauers erlernt. Einige Jahre lang hatte er in Rußland Mühlen gebaut und dabei durch sein
Können, harte Arbeit und Sparsamkeit das Kapital zusammengetragen, um ein Anwesen mit einer
Haferflockenmühle in Oberwipper erwerben zu können und sich als selbständiger Mühlenbauer niederzulassen.
Er baute die Mühle um zu einer Sägemühle, richtete eine Maschinenwerkstatt
ein und stellte technische Einrichtungen für Mühlen her, vornehmlich für die
Wassermühlen an Wipper, Linge und Kerspe, darunter auch die vielen Pulvermühlen.
Er hatte Erfolg, das Unternehmen florierte.
1885 richtete er zusätzlich eine Ziegelei ein mit einem damals hochmodernen Ringofen.
Die Ziegelei wurde bis etwa 1905 betrieben, ab dem Jahr 1898 auf Pachtbasis von der Ziegelei
Wirth, die ihren Sitz in Marienheide-Kotthauserhöhe hatte und dort noch bis 1972 produzierte. |
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Das Bild zeigt die Maschinenfabrik Gottlieb
Lambach in Oberwipper und darüber die Ziegelei etwa um 1900.
Im Vordergrund steht der Firmengründer Gottlieb Lambach, der Erfinder der Lambach-Pumpen.
Der Fotograf stand vermutlich an der Gastwirtschaft Eduard Brochhagen, Hauptstraße 3, die bis
1927 betrieben und deren Gebäude 1969 abgebrochen wurde. Dort, gegenüber der Aral-Tankstelle,
befindet sich heute einer der Parkplätze der Firma Rüggeberg. Die Stelle wird auch heute noch
"Lambachsmühle" genannt. Rechts im Bild die Linger Straße (zur Lingesetalsperre) und die
Brücke über die Wupper (die hier noch "Wipper" heißt), so wie sie heute noch existieren.
Obwohl baulich kaum verändert, bietet sich dieser Blick heute nicht mehr –
dicht an dicht stehen hohe Bäume davor, und nur im Winter kann man noch hindurchsehen. |
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Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde im Rahmen der Industrialisierung und
der damit verbundenen Entstehung größerer Siedlungen die Versorgung der Bevölkerung
mit Trink- und Brauchwasser immer wichtiger, nicht zuletzt auch als Löschwasser für
die Feuerwehren.
Gottlieb Lambach mit seinem umfangreichen Physik-Wissen und seinem phänomenalen technischen
Verständnis und Vorstellungsvermögen erfand in den 1880er Jahren eine Maschine zur Förderung von Trink- und
Brauchwasser in hoch gelegene Ortschaften. Diese "Lambach-Pumpe", die er selbst als
"Wassersäulenmaschine" bezeichnete, funktionierte sehr umweltfreundlich.
Sie wurde angetrieben durch Wasser, es war keine weitere Energie nötig. Der statische Druck
der Wassersäule in einem Bach genügte, um Wasser hoch hinauf in
eine Ortschaft zu pumpen, wo es dann in einem Vorratsbehälter bzw. einem Wasserturm aufgefangen
und gespeichert wurde. Das war in einer Zeit, als selbst in Großstädten noch kein elektrischer
Strom zur Verfügung stand, die perfekte Lösung! Schnell waren die ersten Abnehmer für die Pumpen
gewonnen.
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