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Zunächst wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit mehr repariert und improvisiert
als neu gebaut. Die Kriegsschäden in Marienheide hielten sich zwar in Grenzen – anders als
in Gummersbach und Engelskirchen – aber wegen des Mangels an Material gab es kaum Neubauten.
Stattdessen wurde alles, was noch einigermaßen brauchbar schien, repariert, und da hat die
Firma Lambach sicher auch manche Schlosserarbeit durchgeführt. Vor allem aber mußten die während
des Krieges vernachlässigten Pumpen gewartet und repariert werden. Viele Pumpen waren auch durch
direkte Kriegswirkung beschädigt oder zerstört worden, vor allem im Bereich der Eifel, wo Wehrmacht
und SS noch am 16. Dezember 1944 mit der "Ardennenoffensive" den Versuch begonnen hatten, das
Vordringen der amerikanischen Armee zu stoppen. Das Hinauszögern des Kriegsendes um vielleicht 6
Wochen hatte über 70.000 Menschenleben auf beiden Seiten gekostet. Dabei
waren durch Bomben und Artilleriebeschuß auch viele Pumpen getroffen worden,
die jetzt repariert oder ersetzt werden mußten. Es gab viel zu tun.
Nach der Währungsreform am 20. Juni 1948 ging es dann richtig aufwärts, und
jetzt wurden auch wieder neue Pumpen bestellt. Außerdem wurden auch Spezialmaschinen und Sonderanfertigungen
für Landwirtschaft, Handwerk und Industrie produziert, z.B. Maschinen zum Beizen von Getreide.
Willy Lambach war von seiner Mutter Agnes nicht etwa als Geschäftsführer, sondern nur als Betriebsleiter
angestellt worden. Er, der Diplomingenieur mit hervorragender Ausbildung und großer beruflicher Erfahrung,
als hoher Offizier gewohnt, Order zu erteilen, hatte sich bis ins Kleinste an die Anweisungen seiner Mutter
zu halten. Sie gilt noch heute allen, die sie kannten, als herrisch. |

Das Anwesen der Firma Lambach etwa zur Zeit des Verkaufs.
Bild rechts
Wilhelm "Willi" Lambach (rechts), inzwischen zum Oberst befördert, im Gespräch mit Alfred Rüggeberg,
dem damaligen kaufmännischen Geschäftsführer der Firma August Rüggeberg. Das Bild entstand vermutlich 1961
anläßlich des Verkaufs des Firmengeländes. |

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Im Januar 1956 wurden die ersten Freiwilligen in die neu gegründete Bundeswehr einberufen, und am 11. Oktober 1956
trat Wilhelm "Willy" Lambach mit 53 Jahren als Oberstleutnant in die Luftwaffe der Bundeswehr ein. Kurz vor seiner
Pensionierung als Oberst erhielt er am 21. September 1964 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Nach
seiner Militär-Karriere war er dann noch bis Ende 1969 als beratender Ingenieur tätig für
BMW-Triebwerksbau, MAN-Turbo und MTU München. Das mag ungefähr
zeigen, welche Qualifikation und Kompetenz dem Unternehmen Lambach mit ihm verlorengingen.
Agnes Lambach konnte es ohne ihn nicht schaffen. Hinzu kam nicht nur, daß inzwischen fast überall in Deutschland
elektrischer Strom zur Verfügung stand und Installation und Betrieb elektrischer Pumpen billiger waren, durch den
rasant steigenden Bedarf an sauberem Wasser reichte auch die Leistung der Lambach-Pumpen nicht mehr aus.
Ende der 1950er Jahre (wahrscheinlich 1958) wurde die Herstellung von Pumpen
offiziell eingestellt, obwohl auch zwischen 1958 und 1961 noch einzelne Anlagen gebaut wurden.
Nach den vorhandenen Unterlagen war die letzte Pumpe eine doppeltwirkende, liegende Pumpe Typ L500,
die im Februar 1961 an die Gemeinde Erling-Andechs im Landkreis Starnberg geliefert wurde.
Die Maschinen- und Stahlwollefabrik Zimmermann in Lahr übernahm den Wartungs- und Reparaturdienst für
Lambach-Pumpen und erhielt dazu alle technischen Unterlagen und Zeichnungen.
Es gab jetzt noch einige Aufträge über Sondermaschinen nach Kunden-Zeichnung, nach den noch vorhandene Unterlagen
waren das z.B. Feilen-Leistungsprüfmaschinen, Prüfmaschinen für Elektro-Installationsmaterial und verschiedene
kleinere Maschinen für die Herstellung diverser Produkte.
Im Jahr 1961 gab Frau Lambach das Unternehmen auf.
Das Anwesen wurden verkauft, die Mitarbeiter kamen überwiegend bei der
benachbarten Firma August Rüggeberg unter.
Die Firma Zimmermann existiert nicht mehr, 1974 wurde sie aufgelöst. Ob und in welchem Umfang
Wartungen und Reparaturen durchgeführt wurden, ist nicht mehr zu ermitteln. Die Unterlagen und
Zeichnungen der Firma Lambach sind verschollen, vermutlich wurden sie vernichtet oder weggeworfen.
Insgesamt waren weit über 300 Lambach-Pumpen gebaut und installiert worden. Sie waren außerordentlich
robust und langlebig. Sie liefen über Jahrzehnte höchst zuverlässig bei sehr geringem Wartungsaufwand
und waren fast alle bis in die 1970er Jahre im Einsatz, viele noch länger. Erst, als die überwiegend
von Trinkwassertalsperren und aus Uferfiltrat gespeisten Verbundnetze entstanden, wurden sie nach und
nach stillgelegt.
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