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Schon kurz, nachdem sie nicht mehr gebraucht wurden, setzte großes Interesse an den stillgelegten Pumpen ein.
Bereits im Laufe des Jahres 1980 kamen die ersten Anfragen nach der Geschichte der Firma Lambach und ihrer
Pumpen. Wilhelm Lambach schrieb aus dem Gedächtnis auf, was er wußte. Diesem Umstand verdanken wir es u.a.
heute, daß noch vieles bekannt ist und noch alte Unterlagen existieren. Wilhelm Lambach junior verstarb
am 3. Februar 1992 an seinem Altersruhesitz im Senioren-Wohnstift Beethoven in Bornheim im gesegneten
Alter von fast 89 Jahren.
Wenn man bedenkt, in welchem Maße Lambach-Pumpen den Menschen das Leben sicherer, leichter und angenehmer
gemacht haben damals, als es noch völlig normal war, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter Trinkwasser
aus einem weit entfernten Brunnen zu holen und die Wäsche im eiskalten Bach zu waschen, verwundert es nicht,
daß man vielerorts die jahrzehntelang so wichtigen, imposanten Maschinen nicht einfach verschrotten wollte.
War es eine Art Dankbarkeit und Respekt vor der zuverlässigen Technik oder einfach nur der Umstand, daß
für Schrott nicht viel gezahlt wurde und die Pumpen schwer, schwierig auszubauen und meist auch an schwer
zugänglichen Orten untergebracht waren? Vermutlich beides, jedenfalls existieren noch erstaunlich viele.
Wo Lambach-Pumpen noch vorhanden sind, werden sie heute gehegt und gepflegt als wertvolle Zeugnisse aus
der Vergangenheit, und wenn es irgendwie möglich ist, zu Vorführzwecken in Betrieb genommen. Sie stehen
in Museen, als technische Denkmäler auf Dorfplätzen und in Parkanlagen oder auch noch an ihren angestammten
Plätzen in Pumpenhäusern. Und immer mehr Menschen interessieren sich für sie.
Aber einige Lambach-Pumpen laufen tatsächlich auch heute noch im praktischen Dauereinsatz!
In Nomborn bei Montabaur im Westerwald wurde die Pumpe Baujahr 1941, die die Gemeinde bis 1971 mit
Trinkwasser versorgt hatte, im Jahr 1986 wieder in Betrieb genommen. Seither fördert sie wieder ohne Unterbrechung
Wasser für zwei große Löschwasserbehälter und vier Dorfbrunnen.
In Buchen-Walldürn wurde die Lambach-Pumpe Baujahr 1924 nach zwei Jahrzehnten Stillstand im Jahre 1996
wieder in Betrieb genommen, nachdem das stark zerfallene Pumpenhaus und die im Gegensatz dazu gut erhaltene Pumpe
selbst liebevoll und mit großem Aufwand restauriert worden waren. Die Anlage ist Bestandteil des Geo-Naturparks
Bergstraße-Odenwald und steht damit unter dem Schutz der UNESCO. Ein Brunnen am Eingang der Ortschaft Hornbach
wird von der Pumpe gefüllt, sie könnte aber auch in einem Notfall wieder wie früher die ganze Ortschaft versorgen.
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Schlossermeister Erich Soßna, der Schlosserlehrling von 1946, von 1961 an Mitarbeiter der Firma Rüggeberg,
ist längst Rentner, aber ein gefragter Mann, wenn es um die Technik der Lambach-Pumpen geht. Er hat noch
selbst mit an ihnen gebaut und Pumpen vor Ort gewartet und kennt alle Typen in- und auswendig - auch jetzt
noch nach einem halben Jahrhundert. Er ist der letzte wirkliche Experte für Lambach-Pumpen. |

Die ehemalige Maschinenfabrik Wilhelm Lambach im Sommer 2006, über 80 Jahre später
kaum verändert und auf den ersten Blick zu erkennen. Heute befinden sich hier Wohnungen und
die Fuhrpark-Garage der Firma Rüggeberg.
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Erich Soßna erklärt seinen Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft Lambach-Pumpen die
einzelnen Bauteile und deren Funktion anhand der D500 in Neunkirchen, die er fünfzig Jahre
zuvor, am 16. Oktober 1958, generalüberholt hatte.
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