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Die Baureihen und Typen
Es gab 3 Baureihen:
Die einfach wirkende, stehende Pumpe Typ E280 bis etwa 1911, danach die Typen E300 und E400
Die doppelt wirkende, stehende Pumpe Typ D280 bis etwa 1911, danach Typ D500
Die liegende, doppelt wirkende Pumpe Typ L380.

Der Typenwechsel erfolgte nach der Übernahme der Firma 1910 durch Wilhelm Lambach, der die Erfindungen seines Vaters überarbeitete und verbessern konnte.

Die Baureihen bzw. Typen waren zwar eigentlich Standard, aber Gottlieb und Wilhelm Lambach berechneten jede Pumpe eigens für den speziellen Anwendungsfall und variierten zumindest die Kolben und Zylinder, um die Leistung nach Menge und Gefälle des Triebwassers und des Nutzwassers für die notwendige Förderhöhe und Fördermenge zu optimieren. Deshalb ist jede Lambach-Pumpe ein Unikat.

Links:
Die einfach wirkende, stehende Pumpe E280/E300 und E400

Rechts:
Die doppelt wirkende, stehende Pumpe D280/D500

(Die Zeichnungen können Sie als PDF herunterladen unter "Download")

Die liegende Pumpe L380, die immer doppelt wirkend war, d.h., sie besaß immer zwei Zylinder.
Wie groß die Unterschiede der Leistungen und Gewichte der Pumpen eines Typs sein konnten, zeigt die Tabelle, ergänzt mit den Richtpreisen in Reichsmark aus einer Aufstellung aus den 1930er Jahren:

Baumuster Leistung max. Triebgefälle Quellgefälle Gewicht Richtpreis
  m3 p. Tag m max. m min. m max. m min. kg RM
E 300 30 50 2,5 50 2,5 800-1800 3700-5000
E 400 45 60 3,0 60 3,0 1000-2400 3700-5000
L 380 270 150 4,0 180 3,0 2300-3800 6800-11300
D 500 300 80 4,0 90 3,0 4000-7800 6300-9200
 
Angeboten wurden die Pumpen für eine maximale Förderhöhe von 300 m. Ob diese Höhe jemals erreicht wurde, ist nicht bekannt. Aus den Unterlagen geht eine größte Förderhöhe von 219 m hervor, erreicht mit einer 1938 installierten Pumpe Typ L380 in Ruhestein bei Freudenstadt. Sie versorgte ein großes Kurhotel und war bis mindestens 1980 in Betrieb.

Lambach-Pumpen erreichten einen sehr hohen Wirkungsgrad zwischen etwa 50 und 90%, typisch 65-80%, die Anlage in Ruhestein zum Beispiel 79,5%.

Die hohe Dauerleistung, die niedrigen Betriebs- und Nebenkosten, die Zuverlässigkeit und die lange Lebensdauer rechtfertigten den hohen Anschaffungspreis, der etwa dem eines einfachen Wohnhauses entsprach. Die jährlichen Unterhaltungskosten, bestehend aus dem Entlohn des Pumpenmeisters und den Kosten für Schmierfett, Öl und Dichtungsmaterial wurden von Lambach angegeben mit 50 bis 80 Reichsmark, lagen aber häufig noch weit darunter.

Man ging allgemein von einem Wasserbedarf von 50 l pro Person aus, für Großvieh ebenfalls 50 l, für Kleinvieh 25 l. Das war schon recht großzügig. In der Zeit vor dem Einsatz von Trinkwasserpumpen hätte das bedeutet, pro Person 5 Zinkeimer täglich vom Brunnen oder von der Quelle zu holen, die möglicherweise einen langen Fußmarsch entfernt waren. Deshalb benutzte man Trinkwasser wirklich nur zum Trinken, und verwendete zum Waschen und für das Vieh, häufig sogar zum Kochen und Backen, Wasser aus einem nahe gelegenen Bach oder Fluß. Die Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen, gab es kaum, weil die Häuser allgemein strohgedeckt waren und keine Dachrinnen besaßen.

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